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Pressemitteilung

4 Jahre AK Tierschutz – 4 Fragen an die Aktiven

Wir haben mit der Leiterin Dr. Doris Quinten und Ingrid Sauer über ihr Engagement gesprochen.

Welpe auf Wiese

Die Vielfalt der Tiere in München ist rückläufig, Rückzugsgebiete und grüne Plätze, wo sie sich aufhalten können, sind in Gefahr. Alle Tiere, Haustiere und sogenannte „Nutztiere“, Vögel und freilebende Tiere brauchen unseren Schutz. Trotz der Verankerung von Tierrechten im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung und trotz des erfolgreichen ÖDP-Volksbegehrens „Rettet die Bienen!“ ist die Umsetzung der Gesetze noch unzureichend.

Was konnte der Arbeitskreis Tierschutz bislang erreichen?

Dr. Doris Quinten:
Wir konnten das Elend der Stadttauben in München durch den Bau von Taubenhäusern nach dem Augsburger Modell lindern. Ein Antrag unserer ÖDP-Stadträtin Nicola Holtmann hat dazu geführt, dass ein solches Taubenhaus sogar im Dachboden des Alten Rathauses realisiert werden konnte. Dort werden die Tiere artgerecht gefüttert und tierärztlich betreut. Die Eier werden gegen Attrappen ausgetauscht, wodurch die Population tierschutzgerecht verringert werden kann. Inzwischen gibt es mehrere Taubenhäuser nach dem „Augsburger Modell“ in München.

Durch Vorträge in mehreren bayerischen Städten konnten wir viele Menschen für das Thema Tierschutz sensibilisieren. Dadurch wurde zum Beispiel auch dem sogenannten „Ponykarussell“ endlich ein Ende gesetzt. Seit Januar 2024 ist Ponyreiten - stundenlanges, tierschutzwidriges im Kreis laufen von Ponys zur Bespaßung von Kindern - auf Jahrmärkten und dem Oktoberfest verboten.

Was sagt Ihr zum Tierschutz in Bayern und der jüngst vom Landtag abgelehnten ÖDP-Petition?

Dr. Doris Quinten:
Es ist sehr schade, dass die Petition der ÖDP für die Ernennung eines/einer bayerischen Tierschutzbeauftragten abgelehnt wurde. Bayerns Tiere bräuchten dringend eine Stimme! Wie in den Medien vielfach berichtet, ist gerade in der Landwirtschaft das Thema besonders wichtig - man denke nur an die Tierschutzskandale auf einigen Allgäuer Milchviehbetrieben aus den letzten Jahren.

Auch der Flächenfraß in Bayern durch zunehmende Versiegelung führt dazu, dass Wildtiere ihren Lebensraum verlieren. Viele unserer heimischen Singvögel stehen zum Beispiel bereits auf der roten Liste. Auch wenn die Petition abgelehnt wurde: Wir kämpfen weiter, um den Tieren in Bayern eine Stimme zu geben.

Welche Themen nehmt Ihr Euch im Arbeitskreis vor?

Ingrid Sauer:
Wir wollen weitere Taubenhäuser nach dem „Augsburger Modell“ realisieren. Unser Ziel ist es, flächendeckend Stadttauben von der Straße in diese geschützten Räume zu bringen und Verursacher wie Brieftauben- und Hochzeitstaubenzüchter in die Verantwortung zu nehmen.

Auch wenn die Bindungsfrist nun endet, fordern wir weiterhin die Umsetzung des übernommenen Bürgerbegehrens „Grünflächen erhalten“ ein, um dem Flächenfraß entgegen zu wirken.

Wir möchten zudem verhindern, dass Hunde, Katzen, Heimtiere und Vögel ohne Sachkenntnis angeschafft werden und - wie nach der Corona-Zeit tausendfach erfolgt - in Tierheimen landen. Wir fordern den Nachweis von Sachkenntnissen beim Erwerb eines Tieres.

Wie kann man bei Euch mitmachen?

Ingrid Sauer:
Wer mitmachen möchte, kann sich gerne bei uns per Mail melden. Wir sind ein Kreis Gleichgesinnter - mit den unterschiedlichsten Berufen, die sich für Tiere einsetzen möchten. Wir wollen dazu beitragen, Tieren ein würdiges Leben zu ermöglichen, eine artgerechte Haltung durchzusetzen und den Tierschutz öffentlichkeitswirksam zu unterstützen. Wir freuen uns immer, Unterstützung von aktiven Menschen zu bekommen.

Ansprechpartnerin für den AK Tierschutz: Dr. Doris Quinten

Ansprechpartnerin für unsere ÖDP-Interessenten-und Neumitgliederabende: Petra Weidner

Das Interview führte Barbara Niegisch.

 

Dr. Doris Quinten

Dr. Doris Quinten

Ingrid Sauer

Ingrid Sauer

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