Herrn Oberbürgermeister Christian
Ude Rathaus
Antrag
Stadt plant City-Tunnel/München 21
statt zweitem S-Bahn-Tunnel
Die Landeshauptstadt München beginnt
Planungen für einen City-Tunnel, der, wie im Projekt
München 21 vorgesehen, den Hauptbahnhof über
das Sendlinger Tor direkt mit dem Ostbahnhof verbindet,
den Kopfbahnhof also zu einem Durchgangsbahnhof macht.
Geplant werden zwei zweigleisige Tunnel, einer für
den Fernverkehr und einer für S-Bahn und Regionalzüge.
Begründung:
Die geplante zweite S-Bahnröhre zum Leuchtenbergring
und zum Ostbahnhof, etwa 10 Kilometer lang, kostet mehr
als zwei Milliarden Euro. Sinnvoller wäre es, mit
diesem Geld zwei zweigleisige Röhren vom Hauptbahnhof
zum Ostbahnhof zu bauen, die jeweils etwa 4 Kilometer
lang wären. In einer dieser Röhren könnte
der West-Ost- und Ost-West-Fernverkehr bei einer Zeiteinsparung
von 10 Minuten den Ost- oder Hauptbahnhof erreichen,
in der anderen Röhre könnten S-Bahnen und
Regionalzüge verkehren.
Derzeit fahren rund 154 Züge täglich
die etwa 10 Kilometer lange Strecke um München
herum - und das ohne Lärmschutz. Bei 4 statt 10
Kilometern würden täglich 6 mal 154, also
924, oder jährlich 337.260 Zugkilometer eingespart.
Da bei dem zweiten S-Bahn-Tunnel aus Kostengründen
die ursprünglich geplanten Haltestellen Arnulfpark,
Maxmonument oder Max-Weber-Platz gestrichen worden sind,
rechnet sich die lange Strecke über den Marienhof
und durch Haidhausen noch weniger, weil die anfangs
angenommenen Fahrgastzahlen vermutlich nicht erreicht
werden können.
Bisher geht man davon aus, dass der Kosten-Nutzen-Faktor
nur knapp über 1 liegt, nämlich bei 1,07 -
das heißt für jeden investierten Euro sollen
1,07 Euro erwirtschaftet werden. Sinkt dieser Quotient
bei aktualisierten Berechnungen auf unter 1, ist eine
Förderung nach dem Gemeinde- verkehrsfinanzierungsgesetz
(GVFG) ohnehin nicht möglich und das ganze Projekt
kann nicht mehr finanziert werden.
Dieser Unsicherheitsfaktor entfiele, wenn
man gleich die Realisierung von City-Tunnel und München
21 anstrebt, da hier der Nutzen allein durch die eingesparte
Fahrzeit und die eingesparten Zugkilometer beim Fernverkehr
deutlich höher liegt.
Mechthild v. Walter Stadträtin |