Herrn Oberbürgermeister Christian
Ude Rathaus
Anfrage
zu giftigen Rückständen in Obst
und Gemüse, das in München angeboten wird
Im Juli 2005 ließ Greenpeace 28 Proben
von Stachel- und Johannisbeeren auf giftige Pflanzenschutzmittel
untersuchen. Das Ergebnis war erschreckend: In 25 Proben
- das sind 89 Prozent - fanden sich Rückstände
der gefährlichen Stoffe, zwei Drittel der Proben
waren mit zwei oder mehr Umweltgiften belastet, bei
drei Proben wurden die gesetzlichen Grenzwerte erreicht
oder sogar überschritten.
Unter den zwanzig gefundenen Pestizidwirkstoffen befanden
sich auch Nervengifte, krebserregende Substanzen und
solche, die im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu
sein und so zum Beispiel die Fortpflanzungsfähigkeit
zu beeinflussen. Darüberhinaus ist eine ganze
Reihe der gefundenen Gifte in Deutschland entweder gar
nicht oder für die Anwendung auf Johannis- und
Stachelbeeren nicht zugelassen. Daraus muss man schließen:
In Deutschland verbotene giftige Pflanzenschutzmittel
werden illegal eingeführt. Mehr als 400 Lebensmittel-Analysen von Greenpeace
zeigen, dass auch andere Obst- und Gemüsesorten
von illegalem und übermäßigem Pestizid-Einsatz
betroffen sind. In jeder fünften Probe fand Greenpeace
mehr Gift als erlaubt.
Ich frage deshalb:
In welcher Weise wird das in der Münchner
Großmarkthalle angebotene Gemüse und Obst
überprüft?
Wo werden die Ergebnisse veröffentlicht?
Ist es möglich, die Ergebnisse regelmäßig
- wie zum Beispiel die Untersuchungen der Wasserqualität
der Münchner Badegewässer - in der Rathausumschau
zu veröffentlichen, um sie so einer größeren
Öffentlichkeit bekannt zu machen?
Mechthild v. Walter Stadträtin |