Herrn Oberbürgermeister Christian
Ude Rathaus
Antrag
Bayerische Staatsregierung soll e.on dazu
bewegen, die Wasserstandsregulierung am Walchensee verantwortungsbewusst
zu handhaben
Der Stadtrat möge beschließen:
Die Landeshauptstadt München fordert
die bayerische Staatsregierung auf, ihre guten Beziehungen
zum Energiekonzern e.on zu nützen und darauf hinzuwirken,
dass dieser als Besitzer des Walchenseekraftwerkes in
Zukunft den Wasserpegel am Walchensee verantwortungsbewusst
reguliert. Es soll darauf geachtet werden, dass der
Wasserstand in den Sommermonaten unter der Höchstgrenze
bleibt und rechtzeitig vor angekündigtem Starkregen
abgesenkt wird.
Begründung:
An dem Wochenende vom 20./21. August 2005,
als bereits absehbar war, dass in Südbayern mit
weiteren starken Regenfällen gerechnet werden musste,
führte die Wasserstandsregelung von e.on dazu,
dass der Walchensee randvoll gelaufen war. Es bestand
also nicht mehr die Möglichkeit, größere
Mengen des Starkregens vom 22. und 23. August im Walchensee
zurückzuhalten und so die Loisach und mit ihr die
Isar zu entlasten. Da die Höhe des Wasserspiegels
des Walchensees problemlos durch das Walchenseekraftwerk
geregelt werden kann, ist dieses Verhalten von e.on
unverständlich. Alle anderen Regenrückhaltespeicher
Oberbayerns hatten vorsorglich ihren Pegelstand abgesenkt.
Als das Bayernwerk noch für das Walchenseekraftwerk
zuständig war, gab es diese Probleme nicht, weil
die Wasserregulierung des Walchensees sehr viel sorgfältiger
gehandhabt wurde. Seit dem Verkauf häufen sich
die Klagen über den oft zu hohen Wasserstand, der
bei Stürmen zu Schäden an den Ufern führt
und den Badegästen keinen Platz am Strand lässt.
Streckenweise wurden Sandstrände am Südufer
bereits weggespült.
Es ist zu vermuten, dass die Politik der Gewinnmaximierung
des Konzerns dazu führte, dass einerseits versucht
wird, den Wasserstand möglichst hoch zu halten,
und andererseits die Stellen, die früher für
die kontinuierliche Regulierung sorgten, gestrichen
wurden.
Die Landeshauptstadt München hat mit
großen Kosten Regenrückhaltebecken bauen
lassen, um bei Starkregen den Zufluss zur Isar regulieren
zu können und so Überflutungen vorzubeugen.
Die gleiche vorausschauende Wasserpolitik muss auch
vom e.on-Konzern gefordert werden.
Da die Bemühungen Münchens, e.on
zu einem anderen Verhalten zu bewegen - einen entsprechenden
Antrag stellte die ödp am 19. September 2002 -
erkennbar ohne Ergebnis blieben, soll jetzt versucht
werden, über die bayerische Staatsregierung Einfluss
auf e.on zu nehmen.
Mechthild v. Walter Stadträtin |