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Herrn Oberbürgermeister
Christian Ude
Rathaus

Antrag zur dringlichen Behandlung

Die Stadt München entscheidet sich für Kostenvorteile, Datenschutz und Investitionssicherheit und wählt deshalb Linux und Freie-Büro-Programme

Der Stadtrat möge beschließen:

Die Landeshauptstadt München entscheidet sich für das Betriebssystem Linux und für Freie-Büro-Programme anstelle einer Microsoft-Lösung. Damit realisiert sie langfristig deutliche Kostenvorteile, gewährleistet Datenschutz für Bürger und Wirtschaft und hält sich auch in Zukunft Entscheidungsmöglichkeiten offen, anstatt sich in die Abhängigkeit von einer Firma zu begeben, die ein Monopol anstrebt.

Begründung:

Kostenvorteile

Das Betriebssystem Linux ist mittel- und langfristig gesehen deutlich preisgünstiger als Windows XP. Wenn Microsoft in sechs Jahren wieder den Support für das aktuelle Betriebssystem einstellt und die Anwender erneut zu einem kostenintensiven Wechsel zwingt, wird das Geld, das man heute einspart, mehrfach wieder ausgegeben.

Tatsächlich ist die Wirtschaftlichkeitsanalyse der ersten Studie, die die Stadt in Auftrag gegeben hat, und des Ergänzungsberichts lediglich auf fünf Jahre ausgelegt. "Eine auf 10 Jahre angelegte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung kann auf der betriebswirtschaftlichen Ebene zu einer anderen, für OSS-Produkte positiven Aussage führen" (Studie, Seite 191; OSS = Open Source Software). Der Einsatz freier Software kann auch laut Bundesrechnungshof und Bayerischem Rechnungshof Kosten in den Kommunen sparen.

Der neue Ergänzungsbericht berücksichtigt zwar alle finanzielllen Nachbesserungen von Microsoft, aber leider KEINEN EINZIGEN geldwerten Vorteil der Unterstützungsangebote des Konkurrenten Linux. Diese bewegen sich jedoch ebenfalls im Millionenbereich und müssen noch einmal genau nachgerechnet werden.

Entscheidende andere Argumente - bis auf den kurzfristigen Kostenvorteil - sprechen in beiden Fassungen der Studie ohnehin für Linux und Freie-Büro-Programme: Auch im Ergänzungsbericht siegt diese Variante mit insgesamt 6.027 Punkten vor der reinen Microsoft-Lösung mit 5.413 Punkten. Trotzdem spricht sich der Ergänzungsbericht - konträr zur Punktezahl und zur vorherigen Empfehlung - für Microsoft aus.

Datenschutz und Schutz vor Industriespionage

Die Münchner Bürger und die Wirtschaft müssen der Stadt höchst sensible Daten anvertrauen. Windows XP übermittelt jedoch automatisch Benutzerdaten über das Internet an Microsoft und kann nur schwer auf "versteckte" Funktionen überprüft werden. Mit Missbrauch und Industriespionage durch Dritte muss viel eher gerechnet werden als bei Linux.

Beispielsweise war Microsofts digitaler Internet-Ausweis "Passport" bis vor kurzem so unsicher, dass Hacker mit einem einfachen Trick persönliche Daten anderer - wie Adresse oder Kreditkarten-Nummer - einsehen und verändern konnten.

Mit Windows XP würde die Stadtverwaltung also einen Vertrauensverlust bei Bürgern und Wirtschaft riskieren.

Offene Standards und Investitionssicherheit

Sobald man sich endgültig in die Abhängigkeit eines Monopolisten begeben hat, ist man ohne Alternative und Widerspruchsmöglichkeit an die Pläne und Entscheidungen dieser Firma gekettet.

Plattformunabhängige Software und offene Standards ermöglichen hingegen freiere Entscheidungen und die Wahl der jeweils besten Lösung. Anpassungen an die eigenen Bedürfnisse können relativ einfach umgesetzt werden. Deshalb gewinnt die Stadt München mit Linux und Freien-Büro-Programmen langfristige Investitionssicherheit anstatt sich auf ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang einzulassen.

Mechthild v. Walter
Stadträtin

Zum ersten Linux-Stadtratsantrag der ödp München vom 16. April 2003

 

  

Stadtratsantrag
vom 22. Mai 2003

 

Bildmaterial:

von Walter

Mechthild von Walter,
Stadträtin der ödp München
(Druckfähiges Bild:
von_walter.jpg, 27 KB)

Pressekontakt:

Herbert Brunner
Pressesprecher

ödp Stadtverband München
Carl-Orff-Bogen 89
D-80939 München
Fon 0 89/37 15 91 03
Fax 0 89/3 16 16 70
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