15-stöckige Wohnhochhäuser in Obersendling: Muss das sein?

Auf dem ehemaligen Siemens Areal südöstlich von der S-Bahn Haltestelle Siemenswerke wird nun eine Wohnbebauung geplant. Diese Tatsache an sich wird einhellig begrüßt, denn Wohnungen sind sehr knapp, Bürogebäude nicht. Das Areal soll im Karree entlang der - recht stark befahrenen - Straßen geschlossen 5-stöckig bebaut werden, wogegen vermutlich auch niemand etwas einwenden könnte. In die Mitte des Areals aber sollen fünf jeweils 15-stöckige Hochhäuser gebaut werden!

Die Auslagefrist, in der Einwendungen hätten erfolgen können, war sehr kurz - das ganze auch nicht vorher publik gemacht worden. Offenbar wollte die Stadtverwaltung die Angelegenheit möglichst schnell und unbemerkt über die Bühne bringen.

Notwendig sind Wohnhochhäuser generell nicht. Eine Faustregel besagt, dass man damit auch nicht mehr Wohnraum schafft, weil große Mindestabstände eingehalten werden müssen. Mit anderen Worten hätte man im Inneren des Areals ebenso eine 5-stöckige Bebauung planen können - und durch entsprechend längere Baukörper das gleiche Angebot an Wohnraum realisieren können. Eigentlich spricht alles gegen die Hochhäuser: sie sind bei wenigen beliebt, im Bau eher teurer, treiben die Energiekosten in die Höhe, da ungehinderter Wind für Kälte und Sonne für zuviel Wärme sorgt. Dazu kommt noch der verstärkt genutzte Aufzug. Sanierungen am Bau, die eines Tages fällig werden, kommen ebenfalls bei Hochhäusern teurer.

Wer will die Hochhäuser eigentlich? Die Chance, eine bessere Wärmedämmung am Bau durchzusetzen, wird dagegen wieder einmal vertan, entsprechende Vorschriften sind nicht geplant. Und Bürgerbeteiligung meidet man offenbar eher. Insgesamt ist diese Planung kein Ruhmesblatt für unsere Stadtverwaltung.


Conrad Lausberg
ÖDP München-Süd


Veröffentlicht am 19:08:23 02.03.2010 unter dem Titel 15-stöckige Wohnhochhäuser in Obersendling: Muss das sein? Conrad Lausberg


Letzte Aktualisierung
23:49:00 04.03.2010